Schriftzug Thomas Borghoff

Marktübersicht historische Dielung (Juli 1999)

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Historische Dielung erhalten Sie heute in drei Angebotsvarianten. Als erstes ist dabei die orginale historische Dielung zu nennen, bei denen die Dielenbretter so ausgebaut werden können, daß sie vor dem Wiedereinbau nur entnagelt und gereinigt werden müssen. Als zweite Variante ist umgearbeitete historische Dielung zu nennen, bei der Dielen oder Bretter nicht in diesem substanzschonendsten Verfahren demontiert werden konnten und daher stärker aufgearbeitet werden müssen. Als dritter Weg hat sich die Neuanfertigung von Fußbodendielen aus historischen Balken entwickelt. Jede der drei Sorten hat, wie sollte es auch anders sein, ihre Vor- und Nachteile.

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Vorab noch einige Sätze zu den gemeinsamen Vorteilen historischer Dielung. Als erstes fällt natürlich die besondere Optik historischer Dielung auf. Gerade bei der original wiederverwendeten historischen Dielung spielt die gealterte Oberflächenstruktur und -farbe eine wichtige Rolle. Die Spuren der Zeit summieren sich zu einer ästhetisch ansprechenden Patina. Die gleichmäßige Abdunklung des Holzes unterhalb der patinierten Oberfläche macht sich aber auch noch bei aufgearbeiteten oder neu angefertigten Dielen aus historischem Holz deutlich bemerkbar. Aus technischer Sicht liegen die Vorteile dieser Dielung in ihrem abgelagerten Zustand und in den meist sehr eng stehenden Jahresringen, die eine hohe Belastbarkeit gewährleisten. Nicht nur unter idealen Bedingungen, allerdings eine adäquate Bearbeitung vorrausgesetzt, besteht nur noch geringe Gefahr nachträglicher Verwerfungen oder Schwindrisse. Diese Phase hatte die Dielung bereits nach dem ersten Einbau von Jahrzehnten hinter sich. Zudem kann als gegeben vorrausgesetzt werden, daß die Hölzer nicht technisch und beschleunigt getrocknet wurden und so die substanzerhaltenden Alterungsprozesse ungestört ablaufen konnten. Die Nachtrocknung historischer Dielung dient nurmehr der Anpassung an das Klima zentral beheizter Räume.

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Zur Preisfindung gilt folgende Faustregel: Je älter, breiter und länger die Dielung sein soll, desto höher ist ihr Preis. In den aufgeführten Listen werden Sie eine enorme Bandbreite finden. Bitte beachten Sie: Aus unserer Sicht sind die Niedrigpreise mit äußerster Vorsicht zu genießen. Orientieren Sie sich bei Vorkalkulationen bitte am Median in der jeweils letzten Zeile. Dieser Preis ist unserer Einschätzung zufolge durchaus realistisch für tatsächlich einbaufertige Dielung.

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Original historische Dielung

Solcherart originale Dielung ist mit unterschiedlichen regionalen Schwerpunkten fast immer aus Nadelholz, am häufigsten Kiefern-, Fichten- und Tannenholz, wobei letztere meist summarisch als Fichte / Tanne, oder abgekürzt Fi/Ta gehandelt wird. Schon ganz deutlich rarer sind Douglasien-, Lärchen- oder Pitch-Pine-Dielen. Im Bereich Laubhölzer gibt es ein sehr begrenztes Angebot an originaler Eichendielung.

Damit ein Dielenboden ohne Qualitätsverlust demontiert werden kann, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Möglichst gleichmäßiger und relativ geringer Verschleiß und ausreichende Fläche sind die Hauptfaktoren, was die eigentliche Substanz betrifft. Punktuell verunreinigte oder mit Farben und Lacken bestrichene Dielung scheidet dann häufig, allerdings nicht immer, schon aus optischen Gründen aus. So ist als regionaltypische Besonderheit Berlins dort immer wieder zu vermelden, daß gerade die in typischem Rot gestrichenen Dielen dort für Ergänzungen und Sanierungen nachgefragt werden. Spruchreif wird die direkte Wiederverwendung aber erst durch die »Nagelprobe«: Wie stark haben sich die Nägel in die Unterkonstruktion »eingefressen«. Je trockener der Raum über die Jahrzehnte oder gar Jahrhunderte war, desto weniger Rostansatz verbindet die Nägel mit den Deckenbalken. Ein lautes Knarren beim Aushebeln des Nagels läßt da schon hoffen.

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Sind die Rahmenbedingungen erfüllt, stellt sich anschließend noch die Frage, ob und wie die Dielen miteinander verfälzt sind. Bei sehr alter Dielung wird sich auch einmal ein stumpfen oder gefasten Stoß finden, die eine Wiederverwendung im originalen Zustand nur auf einem Blindboden angeraten sein läßt. Die ebenfalls sehr alte, gekerbte Variante des Stoßes hat bezüglich der Wiederverwendung allenfalls musealen Charakter. Wesentlich häufiger wird sich ein einfacher Falz finden, der einen Wiedereinsatz, ausreichende Materialstärke vorrausgesetzt, auch ohne Blindboden ermöglicht. Dabei muß dann auf eine besonders gute Verlegung geachtet werden, da keine formschlüssige vertikale Verbindung zwischen zwei Dielenbrettern entsteht. Dafür ist ein so gestoßener Dielenboden einfacher verlustfrei auszubauen. Als weitere Stoßvariante ist die beidseitig genutete Diele mit eingelegter Fremdfeder aus Holz oder auch Eisen zu nennen. Hier ist die Gefahr gegeben, daß beim Ausbau die Nutwangen ausbrechen. Diese Dielung läßt sich ohne technische Einschränkungen wieder verlegen. Zuletzt ist noch die modernste und heute am weitesten verbreitete Stoßtechnik zu erwähnen, der Stoß mit Nut und Feder. Bei Ausbau besteht hier jedoch die zusätzliche Gefahr, daß die nur wenige Milimeter starke Feder in der Nut klemmt und ausreißt.

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Der Ausbau erfolgt meist von Hand mit Hebeln wie Kuh- oder Geißfuß in handelsüblicher Form oder betriebstypischer Spezialvariante. Bei Breiten ab 30 cm und geschmiedeten, querschnittsstarken Nägeln kann auch das Eintreiben eines sehr flachen Meißels zwischen Diele und Deckenbalken angeraten sein, um so die häufig bereits altersgeschwächten Nägel an der Dielenunterseite abzuscheren. Das Entnageln und eine erste Reinigung der Dielen sollten vor Ort durchgeführt werden, um zum Beispiel Transportschäden an der patinierten Oberfläche zu vermeiden. Als weitere Ausbauvariante wird auch das Durchschlagen der Nägel mit einem Senkeisen eingesetzt, wobei wir gespannt verfolgen, wie sich die relativ neue Form mittels Schlaghammeraufsatz durchsetzen wird. Die dabei entstehenden Löcher von etwa 6 bis 8 mm Durchmesser können anschließend wieder mit Holzdübeln verschlossen werden.

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Gelagert wird diese Art der Dielung meist in nur überdachten oder allseitig geschlossenen ungeheizten Räumen. Die einzelnen Positionen müssen dabei natürlich zusammengefaßt bleiben. Bei der nur überdachten Lagerung ist mit einer relativen Holzfeuchte von 15 +/- 3% zu rechnen, bei der Lagerung in ungeheizten Räumen reduziert sich die zu erwartende Holzfeuchte auf 12 +/- 3%. Nur bei einer sachgemäßen Lagerung in geheizten Räumen ist eine Holzfeuchte von 9 +/- 3% zu erwarten. Diese Art der Lagerung allerdings wird nur sehr selten praktiziert.

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Der Hauptvorteil solcherart geborgener und angebotener Dielung liegt nicht zuletzt in ihrer höchstmöglichen Authenzität. Zusätzlich kommt hinzu, das Vorhandensein einer passenden Position natürlich vorrausgesetzt, daß Lieferverzögerungen nur noch durch die Nachtrocknung in Trockenkammern entstehen. Natürlich ist diese Art der Wiederverwendung in vielerlei Hinsicht der ideale Weg. Einschränkungen ergeben sich in der Verfügbarkeit bezüglich exakter Wunschmaße oder -mengen. Eine Ergänzung mit Dielen aus anderen Positionen wird häufig nicht möglich sein.Der Hauptvorteil solcherart geborgener und angebotener Dielung liegt nicht zuletzt in ihrer höchstmöglichen Authenzität. Zusätzlich kommt hinzu, das Vorhandensein einer passenden Position natürlich vorrausgesetzt, daß Lieferverzögerungen nur noch durch die Nachtrocknung in Trockenkammern entstehen. Natürlich ist diese Art der Wiederverwendung in vielerlei Hinsicht der ideale Weg. Einschränkungen ergeben sich in der Verfügbarkeit bezüglich exakter Wunschmaße oder -mengen. Eine Ergänzung mit Dielen aus anderen Positionen wird häufig nicht möglich sein.Der Hauptvorteil solcherart geborgener und angebotener Dielung liegt nicht zuletzt in ihrer höchstmöglichen Authenzität. Zusätzlich kommt hinzu, das Vorhandensein einer passenden Position natürlich vorrausgesetzt, daß Lieferverzögerungen nur noch durch die Nachtrocknung in Trockenkammern entstehen. Natürlich ist diese Art der Wiederverwendung in vielerlei Hinsicht der ideale Weg. Einschränkungen ergeben sich in der Verfügbarkeit bezüglich exakter Wunschmaße oder -mengen. Eine Ergänzung mit Dielen aus anderen Positionen wird häufig nicht möglich sein.

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Umgearbeitete historische Dielen und Bretter

Diese Form der historischen Dielung ist aus den oben schon erwähnten Nadelhölzern verfügbar und zusätzlich auch aus Eichenholz. Nicht auszuschließen ist auch, daß hier im Einzelfall weitere Nadelhölzer angeboten werden können.

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Bei dieser Angebotsvariante stellt die noch eingebaute und zu bergende Diele quasi den Rohstoff für das Endprodukt dar. Die Bergung ist also »Primärproduktion« und unterliegt etwas anderen als den im vorigen Abschnitt erwähnten Bedingungen. Wenn sich also Dielung aus technischen, wirtschaftlichen oder logistischen Gründen - angesprochen sei hier nur der übliche Zeitdruck beim Abbruch - nicht weitgehend verschleißfrei bergen läßt, geht es meist darum, so zu bergen, daß der Aufwand des Bergens mit der erzielten Menge an Rohmaterial in einem wirtschaftlichen Verhältnis steht. Zusätzlich darf nicht vergessen werden, daß für ein konsequentes Materialrecycling die Umarbeitung historischer Dielung unerläßlich ist. So kann mit dieser Technik auch Dielung wiederverwendet werden, die auch bei sorgfältigem Ausbau beschädigt wurde, sowie Restposten und kleinere Bergelose, die als originale Ware ebenfalls kaum vermarktbar sind.

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Bei der Bergung von Dielung als Ausgangsmaterial zur Weiterverarbeitung sind die unterschiedlichsten Methoden in Anwendung. Rein manuelles Aushebeln, Durchschlagstechnik oder gar Abkranen ganzer Holzbalkendecken mit anschließender Zerlegung auf einer Fläche neben dem Gebäude: Welcher Weg der sinnvollste ist, läßt sich meist nur vor Ort klären. Ebenfalls vor Ort wird eine erste Selektion vorgenommen. Zu kurze, zu schmale, zu dünne oder auch zu stark beschädigte Dielen oder Bretter gelangen hier schon in das »stoffliche« Recycling.

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Anschließend muß die Rohware entnagelt werden. Auch wenn diverse Entnagelungshilfsmittel patentiert sind und zum Beispiel auch das Isis-Institut in Berlin eine Anordnung unter Zuhilfenahme von Elektromagneten im Laborversuch testet: Das Entnageln ist auch heute noch Handarbeit mit den althergebrachten Hilfsmitteln Hammer, Kuhfuß, Zange und Unterlagskeilen. Nach dem Entnageln kann wieder die Aufteilung eines Loses in verschiedene Qualitäten erfolgen. Die Reingung, meist Bürsten, erfolgt ebenfalls in der Regel von Hand, mit oder ohne Elektrobürste. Uns ist lediglich ein Betrieb bekannt, in dem das Bürsten mit einer Bürstmaschine, ähnlich einem Dickenhobel, durchgeführt wird.

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Die weitere Art der Verarbeitung hängt stark vom Zustand des Materials ab. Bei einigen Losen müssen die Dielen nach der Reinigung und Nachtrocknung in der Trockenkammer nur noch besäumt und anschließend ihnen noch ein Stoßprofil, meist Nut und Feder, angefräst werden. Andere Lose müssen zusätzlich noch durch den Dickenhobel, da zum Beispiel die Stärke im einzelnen Brett zu stark variiert oder Verunreinigungen über Schleiftiefe eingedrungen sind.

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Dielung dieser Art wird meist auf Bestellung gefertigt. Die Anbieter haben nur einen Bestand an mehr oder minder stark aufgearbeiteter Rohware auf Lager. Dem Nachteil, daß sich dadurch längere Lieferzeiten als bei der zuvor vorgestellten Dielung ergeben, stehen allerdings auch einige nicht zu unterschätzende Vorteile gegenüber. Durch den produktionsähnlicheren Prozess der Fertigung kann eher auf Sonderwünsche eingegangen werden. Vordefinierte Wunschmaße, spezielle Stöße oder besondere Qualitäten wie zum Beispiel Riftqualität (stehende Jahresringe) können so ebenfalls berücksichtigt werden.

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Neuangefertigte Dielung aus historischen Balken

Diese Produktlinie ist in all den Hölzern möglich, für die das entsprechende Rohmaterial beigebracht werden kann. Entsprechend der einheimischen Bautradition sind dies wiederum die Nadelhözer Kiefer, Fichte und Tanne, sowie als Laubholz Eiche. Weitere Hölzer wurden nur äußerst selten zu Bauholz geschnitten, möglich ist jedoch auch, daß hin und wieder einmal auf einem Speicher eine historische Position Blockware geborgen wird, die dort Jahrzehnte unentdeckt ablagern konnte.

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Zur Weiterverarbeitung ausgesuchte Bauhölzer müssen vor dem Aufsägen gründlich entnagelt und gereinigt werden. Neben Nägeln finden sich in Bauhölzern manchmal auch Bolzen und Schrauben, die einer Entfernung häufig intensiven Widerstand leisten. Bei der Reinigung muß nicht nur die Oberfläche, sondern es müssen auch eventell vorhandene Zapfenlöcher unter die Lupe genommen werden. Nach dem Auftrennen der Balken müssen die so entstandenen Rohdielen sortiert und in der Trockenkammer nachgetrocknet werden. Besäumen, Hobeln und Anfräsen des Stoßprofiles machen aus dieser Rohware dann das einbaufertige Produkt. Bezüglich Lagerhaltung, Lieferzeiten und Wunschmerkmalen gilt bei der neuangefertigten Dielung das gleiche wie bei der umgearbeiteten Dielung.

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