Schriftzug Thomas Borghoff

Auf der Suche nach Helfern

Das Problem

Die ersten Ansprechpartner in Sachen »Bau« sind Architekten und Handwerker. Beide Berufsgruppen zeichnen sich durch ein hohes Maß an Standesbewußtsein aus, das leider bei vielen Vertretern dieser Branchen auch regelmäßig in Standesdünkel umschlägt. Sollten Sie als Kunde daher auf die Idee kommen, daß Sie bei Neubau oder Renovierung gebrauchte Baustoffe oder Bauelemente ohne Zertifikat oder DIN-Entsprechung zu verwenden wünschen, werden Sie sehr schnell erfahren, was Sache ist: »Geht nicht«.

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Warum »geht es nicht«?

In erster Linie geht es nicht, weil der betreffende Architekt oder Handwerker schlicht keine Erfahrung damit hat. Nun wissen Sie ja, daß »es geht«. Sie haben aus eigenem Ansehen oder aus den Medien davon erfahren, daß es möglich ist Baustoffe wiederzuverwenden. Die nächste Rückzugslinie wird nun sein: »Na gut, es ginge zwar theoretisch, aber es ist zu teuer, Sie verlieren die Gewährleistungsansprüche, das Material ist minderwertig, man darf so etwas nicht ...«. Viele Kunden verläßt an dieser Stelle dann verständlicherweise der Elan, wer trägt schon gerne seine Lieferanten zum Jagen.

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Selbstverständlich geht es

Historische Baustoffe werden von privaten Bauherren, Generalunternehmern, Bauträgern und auch der Öffentlichen Hand direkt oder mittelbar über Handwerker gekauft und von Meisterbetrieben ohne Einschränkung der Gewährleistung eingebaut - und dies nicht nur im Bereich Denkmalpflege, sondern auch beim Neubau.

Selbstverständlich ist die Wiederverwendung historischer Baustoffe etwas anderes als der industrialisierte Gewerbe- oder Wohnungsbau mit neuen Baustoffen. Und ebenso selbstverständlich gibt es dabei Schwierigkeiten und Probleme in Hinblick auf die Qualität von Material und Arbeit. Es wäre mir aber neu, daß dies eine Besonderheit historischer Baustoffe wäre.

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Geeignete Helfer finden

Ich empfehle Ihnen in die Auswahl von Architekt oder Handwerkern viel Zeit zu investieren. Egal wie Sie vorgehen wollen, zwei Dinge möchte ich Ihnen ans Herz legen:

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Referenzen vorlegen lassen

Wichtig ist, sei es beim Handwerker oder dem Architekten, sich Referenzen zeigen oder nennen zu lassen. Der Schreiner, Schlosser oder Maurer mag noch so gut und mit Meisterbriefen versorgt sein, die Qualität der Verarbeitung historischer Baustoffe steht und fällt mit der Erfahrung.

Auch wer als Architekt oder Bauingenieur noch nie den Einbau historischer Baustoffe geplant und überwacht hat, sollte entweder mit »übertrariflichem« Engagement an die Sache herangehen oder nur zweite Wahl bleiben.

Zögern Sie bitte auch nicht, nach Roß und Reiter zu fragen. Allein die Reaktion auf Ihr Ansinnen kann Ihnen schon einen Hinweis darauf geben, wie das Verhältnis von Auftraggeber und Auftragnehmer nach getaner Arbeit ist.

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Empfehlungen einholen

In aller Regel wird der Verkäufer (der die Problematik ja kennt) Ihnen mit einer oder mehreren Adressen erfahrener Handwerker oder auch Architekten weiterhelfen. Fragen Sie bitte schon bei einem ersten Gespräch nach geeigneten Partnern. Sehr viele Anbieter historischer Baustoffe bieten Ihnen auch nicht nur das Material, sondern auch die eventuell notwendige Restaurierung und den Einbau sozusagen »schlüsselfertig« an.

Gold wert sind natürlich die Empfehlungen »Betroffener«. Wer selbst schon historische Baustoffe hat einbauen lassen, wird in aller Regel auch gerne die Handwerker und Lieferanten weiterempfehlen, die ihre Arbeit gut verrichtet haben.

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Handwerker aus der Denkmalpflege

Weitere Informationsquellen sind die verschiedenen Vereinigungen von Handwerkern in der Denkmalpflege. Auch wenn einige dieser Handwerker ausschließlich in der Denkmalpflege tätig sind, so gibt es dennoch ausreichend viele, die auch außerhalb der Denkmalpflege arbeiten. Nicht jeder dieser Handwerker ist übrigens ein Freund historischer Baustoffe. Fragen Sie auch diese Handwerker ausdrücklich danach, ob und in welchem Umfang sie bereits mit historischen Baustoffen gearbeitet haben.

Startseiten für weitere Online-Recherchen könnten sein:

Arbeitsgemeinschaft Bildungszentren Denkmalpflege

Restaurator im Handwerk e.V.

Verband der Restauratoren e.V.

Bund freier Restaurierungswerkstätten e.V.

Interessengemeinschaft Bauernhaus e.V.

Übersicht über die Handwerkskammern in Deutschland

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